Björn Rasmus ist Geschäftsführer der 2001 gegründeten Genossenschaft Bioalpin, die sich mit ihrer „BIO vom BERG“- Produktlinie ganz den gesunden und nachhaltig produzierten Lebensmitteln verschrieben hat. Im Interview spricht er über Erreichtes, seine Visionen und die Gründe, warum ein Bio-Skandal in Österreich eher unwahrscheinlich ist.


BIO vom BERG Milchprodukte
Bioalpin mit „BIO vom BERG“ kümmert sich ausschließlich um die Vermarktung von Tiroler Bio-Lebensmitteln. Im Team entwickeln wir Produkte, erfassen den Bedarf und überwachen die Produktion. Die Genossenschaft funktioniert als Bindeglied zwischen Bio-Bauern und Endverbrauchern und sorgt dafür, dass biologisch hergestellte Lebensmittel marktkonform angeboten werden können.
Bioalpin ist eine kleine regionale Genossenschaft, 2001 starteten wir mit 20 landwirtschaftlichen Betrieben, die aus der Region für die Region produzieren wollten. Inzwischen sind wir auf 600 teilnehmende Bio-Bauern angewachsen und stellen an die 100 verschiedene Produkte unter unserer Marke her. Das macht uns in enger Zusammenarbeit mit MPREIS zum größten Vermarkter von Tiroler Bio-Produkten.
Das Angebot ist rasant gewachsen. Die heimischen Konsumenten sind es inzwischen gewohnt, an allen möglichen Verkaufsstellen verschiedenste Bio-Produkte zu bekommen. Es ist nicht zuletzt das größere Angebot, das in den letzten zehn Jahren zu einer verstärkten Nachfrage geführt hat. Inzwischen wird auch das Thema Nachhaltigkeit gesellschaftlich stark thematisiert, ein weiterer Anreiz zum Kauf von heimischen Bio-Produkten. BIO erreicht inzwischen in gewissen Produktgruppen wie bei Eiern zweistellige Verkaufsanteile im österreichischen Lebensmittelhandel und wird dadurch auch monetär interessant.
Der Wunsch, sich gesund zu ernähren, eine hohe Qualität der Lebensmittel, der Nachhaltigkeits- und Umweltschutzgedanke. Dort, wo die Produktion der Nahrungsmittel einem hohen Standard genügt, werden es die Endverbraucher am Geschmack merken. Ich wünsche mir Lebensmittel, die den Namen verdienen, die helfen, die kleinstrukturierte heimische Landwirtschaft zu stärken und zu erhalten. Das beinhaltet dann aber auch, dass ich in dem Bereich, wo es kein heimisches Bio-Angebot gibt, lieber einen österreichischen Knoblauch aus regulärer Landwirtschaft kaufe als einen argentinischen Bio-Knoblauch.
Eine der Ursachen des Skandals ist, dass biologische Gemüse- und Getreideprodukte einen relevanten Marktumfang erreicht haben und sich kriminelle Machenschaften damit lohnen. In Italien selbst werden sehr wenige Bio-Produkte konsumiert, das Land produziert vor allem für den Export. Der Überblick und die Überprüfung werden so deutlich erschwert. Der österreichische Markt ist kleiner und wesentlich transparenter. Jeder kennt jeden, unlautere Mauscheleien, zu geringe Preise oder zu große Kapazitäten müssen hier fast zwangsläufig auffallen. Zudem werden Bio-Waren von unabhängigen heimischen Kontrollstellen auch mithilfe von Warenstromanalysen streng überprüft und Betriebe nur für ein Jahr Bio-zertifiziert.
Vom Gesundheitsstandpunkt aus kann man den Großkonzernen nichts vorwerfen. Ihre Bio-Produkte unterliegen, die Zutaten und Herstellung betreffend, den gleich strengen Kontrollen wie die anderer Bio-Vermarkter auch. Was man den Großkonzernen sehr wohl ankreiden kann, ist, dass sie unter dem Motto „BIO zieht“ die gleichen Mechanismen bedienen wie bei konventionellen Lebensmitteln. BIO beim Bestbieter zu kaufen ohne auf Regionalität und Herstellungsverfahren zu achten, ist oft einfach zu wenig.
Ich möchte jungen Tiroler Landwirten und Betriebsleitern Wege aufzeigen, die es ihnen ermöglichen, über biologische Produkte ihren Erwerb zu sichern. Bio-Visionen, die mit solchen Partnern gut vermarktet werden, können helfen, die regionale Landwirtschaft als das zu erhalten, was sie ist: Immens wichtig für das Land und seine Leute.
Seit nunmehr zehn Jahren arbeiten MPREIS und Bioalpin erfolgreich bei der Vermarktung Tiroler Bioprodukte unter der Marke „BIO vom BERG“ zusammen. Aus einer kleinen, mutigen Initiative ist eine tragfähige, verlässliche Struktur entstanden, die kontinuierlich gemeinsam weiterentwickelt wird. Begonnen hat die Kooperation im Jahr 2002 mit acht Bio-Artikeln im MPREIS Sortiment, mittlerweile sind es an die 100. Damit ist MPREIS der größte Anbieter von Bioprodukten aus Tirol. Wer sich für BIO vom BERG Produkte entscheidet, kauft hochwertigste, ökologisch erzeugte Lebensmittel und sichert gleichzeitig das überleben der Tiroler Bio-Berglandwirtschaft.
Solche Kooperationen wirken nachhaltig … für die ganze Region!
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