
Wir verstehen darunter, dass keiner in der Produktionskette in den Keller gedrückt wird. Wir zahlen unseren Produzenten einen fairen Preis und wollen, dass der Kunde sagt: „Jawohl, Preis und Leistung passen für mich“.
Ob im konventionellen oder im Bio-Bereich, es geht darum, sich Ressourcen für die Zukunft zu sichern. Damit meine ich ökologische wie humane Ressourcen. Das gelingt nur, wenn ich Partner habe, die ich fair behandle.

Nehmen wir unser Projekt „Revitalisierung des Kartoffelanbaus im Mühlviertel“. Die Bauern haben sich zusammengeschlossen und bekommen einen garantierten Preis für die Kartoffelernte, der bereits vor dem Anbau vereinbart wurde. Egal, ob die Ernte schlecht ist oder ein enormer Überschuss entsteht, der ausgemachte Preis gilt. Auf diese Wiese können die Bauern, die Zwischenproduzenten und wir ganz genau kalkulieren.
Dazu setzen wir uns mit den Verarbeitern und mit den Bauern zusammen. Jeder legt auf den Tisch, was er braucht, damit sich das Produkt für ihn rechnet.
Fair heißt für uns, unseren Geschäftspartnern auf Augenhöhe zu begegnen. Alle Verarbeiter, die mit uns zusammenarbeiten, müssen den BSCI-Verhaltenskodex (Business Social Compliance Initiative – der Verhaltenskodex schützt die Rechte der ArbeiterInnen) unterschreiben. Dadurch stellen wir sicher, dass die Menschen, die von Anfang bis Ende für ein „natürlich für uns“ Produkt arbeiten, unter vernünftigen Sozialstandards tätig sind und gerecht entlohnt werden. Die Produzenten verpflichten sich sicherzustellen, dass auch ihre Vorlieferanten diesen Verhaltenskodex einhalten.
Wir kennen alle unsere verarbeitenden Betriebe und zum Teil auch die Bauern persönlich und wir gehen davon aus, dass jemand, der einen Vertrag mit uns unterzeichnet, sich auch an das Regelwerk hält. Zudem werden wir für die Einhaltung sozialer Kriterien ein Monitoringsystem aufbauen und uns von unabhängigen Kontrollinstituten überprüfen lassen. Für ökologische Kriterien haben wir das bereits.
Ich wende Partnern gegenüber keine Machtspiele an, indem ich sie 15 Minuten auf den Termin warten lasse und ich versuche meine Geschäftspartner zu verstehen. Beispielsweise hatte einer unserer Produzenten auf Sizilien eine verheerende Ernte, weil ein Orkan seine Glashäuser zerstört hatte. Er sagte mir: „Ich kann dir jetzt nicht liefern. Ich stehe vor dem Ende meiner Existenz.“ Da wird man nicht sagen: „Du hast einen Vertrag, du musst jetzt liefern.“ Wir schauen dann, wie wir ihn unterstützen können, damit wir bald wieder zusammenarbeiten können. Die Fairness zeichnet sich auch dadurch aus, wie wir in schwierigen Zeiten miteinander umgehen.
Ich glaube, dass sich der Markt in zwei Richtungen entwickelt. Einerseits haben wir Menschen, die sich mit ihrem Einkommen fair gehandelte, gesunde und nachhaltige Lebensmittel leisten können. Auf der anderen Seite haben wir Menschen, die auf Grund ihrer finanziellen Situation sehr preisbewusst einkaufen müssen. Diese Gruppe werden wir mit unserem „natürlich für uns“ Programm auch nicht erreichen.
Natürlich. Wir streben auch Umsatz an – aber eben nicht Umsatzmaximierung um jeden Preis. Und wir setzten auf langfristige Geschäftsbeziehungen. Daher müssen wir unseren Kunden klar kommunizieren, welche Arbeit und Mühe hinter einem Produkt steht. Wenn sie unseren Geschäftsstil honorieren, sind sie auch bereit, den Preis zu bezahlen.
Seit 2011 führt MPREIS exklusiv in Westösterreich in allen Märkten ein breites Sortiment an „natürlich für uns“ Produkten. Dazu gehören: verschiedene Nüsse und Trockenfrüchte, Müslis, Getreideprodukte, Säfte, Sauergemüse, vielfältige Milchprodukte und zahlreiche andere Köstlichkeiten aus kontrolliert biologischer Produktion. MPREIS ergänzt durch „natürlich für uns“ sein lokales Sortiment an Tiroler Bio-Ware mit wertvollen, biologisch erzeugten Produkten aus Österreich.
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