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  • LAMPEN AUS SALZ IN HALLEIN

    Design trifft Geschichte

    Ab heute ist der neue MPREIS Markt in Hallein eröffnet. Damit entsteht eine schöne Möglichkeit im historischen Zentrum von Hallein einzukaufen. Ein besonderer Hingucker ist das außergewöhnliche Design des neuen Marktes. Der Geschichte des Salzabbaus wird durch eine überraschende Innengestaltung ein besonderer Bezug verliehen. Wir haben die Südtiroler Designerin Jasmin Castagnaro zum Interview getroffen, denn sie hat für den Markt ganz besondere Lampen und Wandpanele entworfen.

    © MPREIS

    Am 28. Februar eröffnet der neue MPREIS Markt in Hallein. In mehrere Jahre ungenutzt gebliebenen Räumlichkeiten bietet der kleine aber sehr feine Markt jetzt endlich die Möglichkeit, direkt im Zentrum der historischen Salzstadt einzukaufen. Ein Umbau durch das Architektenduo Christof Hrdlovics und Julia Fügenschuh schuf einen interessanten Raum, der durch gestalterische Interventionen von Simone Höllbacher und Jasmin Castagnaro bedeutungsvolle visuelle Akzente erhielt.

    Frau Castagnaro, Sie sind Designerin aus Brixen und haben vor ein paar Jahren Ihr eigenes Label MIYUCA gegründet. Wie hat sich Ihre berufliche Tätigkeit dorthin entwickelt?
    Ich habe in Bozen Design studiert und anschließend fünf Jahre lang als Industriedesignerin gearbeitet. Später wollte ich dann weg von der Massenproduktion und hin zur Fertigung kleiner Serien, bei denen noch mehr in Handarbeit hergestellt werden kann. Außerdem ist es mir ein Anliegen, möglichst umweltfreundlich zu arbeiten. Dazu gehört die Verwendung regional hergestellter Materialien oder auch Recycling- und Upcycling-Rohstoffen.

    Unter anderem haben Sie dazu Leuchten aus Laub entworfen.
    Das stimmt, Laub ist sozusagen ein Abfallprodukt, das im Herbst wortwörtlich zu Hauf verfügbar ist. In der Stadt empfinden wir das oft als lästig und wenden Zeit und Energie für die Beseitigung auf. Aber in der Natur ist es natürlich ganz und gar kein Abfall. Bevor der Baum das Laub abwirft, entzieht er ihm alle wichtigen Stoffe wie etwa Chlorophyll und recycelt diese in seinem Organismus. Das Laub legt sich als schützende Schicht über den Boden und kompostiert dann langsam. Jeder gute Gärtner kennt die wertvollen Eigenschaften von Lauberde. In der Natur macht das also Sinn. Diese Sinnhaftigkeit wollte ich auch in meine Produkte integrieren. Ich habe daher begonnen, dieses Laub zusammen mit Harz zu verschiedenen Gebrauchsgegenständen wie Lampen, Tischoberflächen und Wandverkleidungen zu verarbeiten. Dieser funktionelle Aspekt ist für mich wichtig. Ich möchte schöne Gebrauchsgegenstände herstellen, ein rein dekorativer Zweck ist mir zu wenig. Das Laub hat sich dabei als sehr vielseitiges und interessantes Material erwiesen.

    Laub und Harz kommt ja beides in den Bäumen vor…
    Genau. Ich habe lange nach einem weitgehend biologischen Harz gesucht und bin schließlich in Spanien fündig geworden. Das ist das einzige Material bei meinen Produkten, das von weiter her kommt. Es enthält recycelte pflanzliche Öle und Fette und ist völlig geruchlos. Das Laub sammle ich hier in Südtirol und sortiere es nach den unterschiedlichen Farbtönen und Baumarten. Deshalb hat die Serie auch den Namen LAAB, der aus dem regionalen Dialekt entstanden ist. Die LAAB Produkte sind sinnvoll und die Kunden schätzen diesen Naturbezug und den Nachhaltigkeitsaspekt. Sie haben eine eigene Identität, jedes Stück ist ein Unikat und erzählt von seiner Herkunft und Geschichte.

    Für die Gestaltung des MPREIS Marktes in Hallein haben Sie regional abgebautes Salz verwendet.
    Diese Idee stammt von Simone Höllbacher. Wir haben sie dann gemeinsam weiterentwickelt, die Zusammenarbeit war sehr spannend und produktiv. Die Stadt Hallein hat ja einen starken Bezug zum Salz, deshalb war es uns auch wichtig, Salz zu verwenden, das wirklich in Hallein abgebaut wurde. Nur die weißen Lampen sind mit Salz aus dem nahegelegenen Salzburg gefertigt. Ähnlich wie beim Laub gibt es schon beim Salz selbst unterschiedlichste Farbschattierungen. Zusätzlich haben wir Mischungen mit Pflanzenteilen wie Blüten oder Pfeffer verwendet, was zu sehr interessanten Effekten geführt hat. Dieses Material verhält sich aber ganz anders als Laub und ich hatte noch keinerlei Erfahrung damit. Ich hatte nur sehr wenig Zeit, um das Projekt umzusetzen, aber am Ende ist es sehr gut gelungen.

    Wie sind Ihre Stücke in die Gestaltung des Marktes integriert?
    Es gibt mehrere Leuchten in unterschiedlichen Größen und Farbtönen, die den kleinen Sitzbereich ausleuchten und natürlich auch eine gewisse skulpturale Wirkung entfalten. Von diesem Sitzbereich aus zieht sich eine Wandgestaltung aus hauchdünnen Paneelen über eine Länge von zwölf Metern entlang der Theke mit dem kleinen Café-Bereich und der Feinkost. Diese Paneele haben ebenfalls unterschiedliche Farbtöne und wirken auf die Entfernung wie riesige Flocken aus Steinsalz. Die Gestaltung verbindet diesen Teil des Marktes zu einer Einheit und hebt ihn visuell hervor.

    Was hat Sie an der Zusammenarbeit mit MPREIS besonders gereizt?
    Das Konzept von MPREIS mit seinem ästhetischen Anspruch ist schon etwas ganz Besonderes. Gerade in Südtirol sind Supermärkte meist noch reine Zweckbauten. An einem öffentlichen Ort im Alltag den Aspekt der Schönheit zu integrieren und nicht nur an die Funktion zu denken, ist für mich als Designerin wie ein Hauch von Luxus. Es schließt für mich den Kreis von der anderen Seite, da ich ja sonst bei meinen schönen Gegenständen auch die Funktion integrieren will. An einem öffentlichen Ort wie diesem kann ich mit meinen Arbeiten viele Menschen erreichen und ich glaube, dass ich damit einen kleinen Beitrag zu einem besseren Lebensgefühl im Alltag leisten kann. MPREIS hat den Mehrwert erkannt, der durch solche Gestaltungen erreicht werden kann, deshalb war die Zusammenarbeit auch sehr fruchtbar.

    © MPREIS
    © MPREIS

    Jasmin Castagnaro lebt und arbeitet in Brixen. Neben exklusiven Auftragsarbeiten fertigt sie auch Serien, die in ausgewählten Geschäften und Online Shops erhältlich sind.
    www.miyuca.it

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